Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald

Philosophische Fakultät

Institut für Fremdsprachliche Philologien
Baltistik

Suche

Nutzen Sie bitte die Suche, um nach Informationen auf unseren Seiten zu suchen.
 
Fachinformation > Studiengänge

Baltistik als Studienfach

BALTISTIK / BALTISCHE REGIONALSTUDIEN

Studienabschlüsse:

Das Fach Baltistik ist eine Philologie und beschäftigt sich in Forschung und Lehre mit den Kulturen der Litauer und Letten. Unter verschiedenen Aspekten (z.B. Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft, Volkskunde, Landeskunde) werden dem 19. und 20. Jahrhundert besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

Die Baltistik ist eine theoretisch fundierte, im Gegensatz zur Lituanistik und Lettonistik vergleichende Disziplin. Sie erschöpft sich also nicht in der Summe der Erkenntnisse über die Einzelsprachen und  literaturen. Vergleichende Interpretationen werden nicht nur im engeren baltischen Rahmen, sondern darüber hinausgehend in größeren kulturellen Räumen, z.B. dem sog. Ostseeraum, vorgenommen. Die Baltistik ist ein selbständiges Studienfach. Im B.A. kann es als Teilstudiengang in Kombination mit Studienfächern wie Germanistik, Slawistik, Skandinavistik, den Geschichts- und Politikwissenschaften oder aber Theologie sinnvoll studiert werden, ohne dass damit andere Fächerverbindungen ausgeschlossen wären.

Baltistik als Bachelor-Teilstudiengang

Das Fach Baltistik ist mit allen B.A.-Teilstudiengängen der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald kombinierbar. Bei der Entscheidung für eine bestimmte Fächerkombination - auch in Hinsicht auf persönliche Neigungen - kann die Fachstudienberatung wichtige Anregungen geben.

Zulassungsvoraussetzungen
Für die Zulassung zum Studium der Baltistik bestehen keine fachspezifischen Voraussetzungen. Es wird jedoch erwartet, dass eine ausreichende Lektürefähigkeit in englischer und deutscher Sprache bereits zu Studienbeginn vorliegt. Die Studierenden eignen sich Kenntnisse in einer der baltischen Sprachen (Litauisch oder Lettisch) an. Diese für das Studium notwendigen Sprachkenntnisse werden studienbegleitend erworben.

Inhalte des Bachelor-Studiums
  • Litauisch oder Lettisch als Erstsprache. Die Erstsprache wird bis zum Niveau B2 (Niveauzählung nach dem „Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen“) geführt.
  • Kenntnisse in der zweiten baltischen Sprache können die Studierenden im Anfängerniveau (A1 oder A2 GER) erwerben.
  • Je eine Einführungsveranstaltung in die Sprach- und Literaturwissenschaft. Hierbei werden jeweils Kenntnisse ihrer grundlegenden Methoden, der wichtigsten fachwissenschaftlichen Terminologie, ihrer Fachgeschichte sowie der Gliederung des jeweiligen Faches in Teildisziplinen vermittelt. Die Studierenden werden befähigt, wesentliche Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens anzuwenden.
  • Zentrale Teilgebiete der Linguistik. Kenntnisse in Phonetik, Phonologie, Morphologie oder Syntax, Grundlagenkenntnisse auf den Gebieten der Semiotik, Semantik, Pragmatik oder Varietätenlinguistik sowie des Umgangs mit historischen Sprachformen und Zeichensystemen.
  • Fachtextlektüren. Sie dienen der vertieften Aneignung des Fachwortschatzes.
  • Politische und demografische Kenntnisse zu Lettland oder Litauen (je nach Erstsprache) sowie zu deren Sprachenpolitik und Sprachenproblematik.
  • Kenntnisse der zentralen Teilgebiete der Literaturwissenschaft. Analyse von Erzähl-, Dramen- und lyrischen Texten. Ästhetik, Hermeneutik oder Editionsphilologie.
  • Kenntnisse der baltischen Literaturgeschichte und der Literaturgeschichtsschreibung sowie über die Funktionen von Literatur als Feld kultureller und gesellschaftlicher Selbstreflexion und Kommunikation.

Praktika im Ausland
Um u. a. die erworbenen Kenntnisse zu festigen und anzuwenden bzw. die Regionalkompetenz zu erweitern, ist ein Praktikum von insgesamt 360 Stunden während der vorlesungsfreien Zeit zu absolvieren. Es wird empfohlen, das Praktikum in Lettland oder Litauen durchzuführen oder dort einen Studienaufenthalt an einer Hochschule zu absolvieren (z.B. mit Hilfe des ERASMUS-Austauschprogramms).

Die B.A.-Ausbildung kann mit dem Masterstudiengang „Baltische Regionalstudien / Baltijos regiono studijos“ fortgesetzt werden.

Baltistik als Masterstudium
Der binationale Masterstudiengang „Baltische Regionalstudien / Baltijos regiono studijos“ wird in Kooperation mit der Universität Vilnius (Litauen) angeboten. Das erste Studienjahr wird in Greifswald studiert, das zweite in Vilnius. Der Masterstudiengang schließt mit einem gemeinsamen, binationalen Zeugnis. Unter bestimmten Voraussetzungen kann das M.A.-Studium finanziell gefördert werden.

Zulassungsvorausetzungen

Der Zugang zum Masterstudium setzt einen abgeschlossenen B.A. mit wenigstens einem philologischen oder kulturwissenschaftlichen Fachmodul sowie nachgewiesene Kenntnisse des Litauischen und Deutschen auf Niveau B2 des „Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens“ voraus.

Inhalte des Masterstudiums

In den drei Bereichen Sprache und Gesellschaft, Literatur und Gesellschaft und Regionalkompetenz werden u. a. angeboten:
  • Erarbeitung der Charakteristika sprachlicher Phänomene aus sozio- und pragmalinguistischer Sicht (im Zusammenhang mit Sprachenpolitik, Bilingualismus und Rollenverhalten).
  • Darstellung von literarischen Diskursen in den Literaturen des Baltikums und von ihren typischen Ausdrucksformen. Behandlung der Voraussetzungen und Folgen von Kommunikation via Kunstwerken.
  • Darstellung der politischen Rolle von Literatur im Allgemeinen und in den nationalen Geschichten der Länder des Baltikums im Besonderen.
  • Theorie und Praxis der Interkulturellen Kommunikation und von Übersetzungstheorien und  -strategien. Übersetzungskritische Fähigkeiten zur Beurteilung des Äquivalenzgrades von literarischen Übersetzungen werden erworben.
  • Vermittlung der lettischen und litauischen Literaturgeschichte im Verhältnis zu den Literaturgeschichten anderer Nationen.
  • Planung und Durchführung einer öffentlichen Veranstaltung unter Verwendung von selbstübersetzten Texten.
  • Erwerb von Wissen über die regionalen Minderheiten in Litauen und Lettland und über sprachpolitische Maßnahmen, ihre Ausgangspunkte, Zielvorstellungen und Auswirkungen.
  • Besprechung konkreter literarischer Beispiele aus der Gegenwartsliteratur im Kontext der posttotalitären Situation in Litauen und Lettland.
  • Darstellungen zur konfessionellen bzw. religiösen Pluralität des Baltikums und zur Genese der modernen politischen Systeme. 

Studienabschluss
Nach Abschluss des Bachelorteilstudienganges „Baltistik“ sowie des weiterführenden binationalen Masterstudienganges „Baltische Regionalstudien / Baltijos regiono studijos“ verfügen die Absolventen über exemplarisches Wissen auf dem Gebiet der kulturhistorischen Entwicklung und über die gegenwärtigen Probleme der baltischen Völker. Die erworbenen theoretisch-methodischen und inhaltlichen Kenntnisse eröffnen den Absolventen Berufsmöglichkeiten besonders in kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Einrichtungen, gerade auch unter dem Aspekt des zusammenwachsenden Europas.